Die wichtigsten Tennis-Regeln in Kürze

Grundsätzlich wird nach den Regeln der International Tennis Federation (ITF) gespielt. Wird entgegen §44 der Wettspielordnung des DTB, wonach jedes Wettspiel von einem Schiedsrichter beaufsichtigt werden muß, ohne Schiedsrichter gespielt, gilt folgendes:

Einschlagen

Das “Einschlagen” vor dem Match darf nicht länger als fünf Minuten dauern.

Zählen der Punkte und Spielstand

Es wird laut und deutlich gezählt. Die Spieler vereinbaren, ob der Auf- oder der Rückschläger die Punkte zählt. Nach ungeraden Spielen wird die Seite gewechselt, nach Beendigung des Satzes nur, wenn die Summe der Spiele ungerade ist, sonst erst nach dem ersten Spiel des nächsten Satzes.

Im Tie-Break beginnt der Spieler, der mit Aufschlag an der Reihe ist, mit einem Aufschlag von rechts. Anschließend hat der Gegenspieler zwei Aufschläge, zunächst von links, dann von rechts. jeweils sechs Punkten ist Seitenwechsel. Geht das Spiel nach Ende des Tie-Breaks weiter, dann hat derjenige Spieler Aufschlag, der zu Beginn des Tie-Breaks zunächst Rückschlag hatte.

Falscher Aufschlag wird mit “Fehler” (fault) angezeigt, entsprechend “Doppelfehler” (double fault). “Aus” wird gerufen, wenn der Ball nicht ins richtige Spielfeld trifft.

Aufschlag/Fußfehler

Häufig verbreitetes Übel beim Aufschlag ist der Fußfehler, d.h., der Aufschläger steht bereits im Spielfeld, wenn er den Ball schlägt.

Die entsprechende Regel lautet:

a) Während der Ausführung des Aufschlags darf der Aufschläger

1. seine Stellung weder durch Gehen noch durch Laufen verändern; unbedeutende Bewegungen der Füße, die sich nicht wesentlich auf die ursprüngliche vom Aufschläger eingenommene Stellung auswirken, gelten nicht als “Veränderung seiner Stellung durch Gehen oder durch Laufen”;

2. den Boden mit einem Fuß nicht irgendwo anders berühren als hinter der Grundlinie zwischen den gedachten Verlängerungen des Mittelzeichens und der Seitenlinie.

b) Das Wort “Fuß” bezeichnet den Teil des Beines unterhalb des Knöchels (ITF Regel 8).

Ball im “aus”

Ein Ball ist erst dann “aus”, wenn er klar erkennbar außerhalb des betreffenden Spielfeldes den Boden oder eine “ständige Platzeinrichtung” berührt hat. Auch ein Ball, der auf die Außenkante der Linie fällt, ist “gut”. “Klar erkennbar” heißt: es muß zu sehen sein, daß der Ball tatsächlich im “aus” gelandet ist (“Aus” rufen, in der Hoffnung, dass der Ball dorthin fliegt, ist nicht regelgerecht). Ist man sich nicht sicher oder kann aus irgend einem Grunde nicht erkennen, ob ein Ball “in” oder “aus” war, muß der Punkt wiederholt werden (2 neue Aufschläge). Bei Streitereien sollte das Spiel mit einem Schiedsrichter fortgesetzt werden.

Netzball

Wenn beim Aufschlag der Ball das Netz, den Netzhalter oder die Netzeinfassung berührt, ist der Aufschlag zu wiederholen, wenn der Aufschlag ansonsten regelgerecht war. Berührt der Ball dagegen den Netzpfosten oder die Einzelstütze (ständige Einrichtung) ist der Aufschlag fehlerhaft (ITF Regel 14).

Im Spiel gilt dagegen: Der Ball darf den Netzpfosten oder die Einzelstütze berühren, wenn er danach das Feld des Gegenspielers berührt (ITF Regel 24).

Netzberührung

Man darf zum Schlagen nicht über das Netz fassen, darf es auch sonst nicht berühren. Ausnahme 1: Nach dem Schlag (im Ausschwung) darf der Arm über das Netz reichen, allerdings darf es auch dann nicht berührt werden. Ausnahme 2: Wenn der Gegner den Ball mit soviel Spin spielt, daß er im Feld aufspringt und gleich wieder zurück über das Netz fliegt, darf man über das Netz (hinterher) greifen und den Ball schlagen. Auch dabei darf das Netz aber nicht berührt werden:

Pausen

Zwischen einzelnen Aufschlägen dürfen Pausen von höchstens 30 Sekunden liegen. Die Pause für den Platzwechsel nach einem ungeraden Spiel darf 90 Sekunden nicht überschreiten. Seniorinnen/Senioren können nach dem zweiten Satz eine Pause von 10 Minuten einlegen (§48 DTB/Wettkampfordnung).

Am Rande notiert

Das Netz muß in der Mitte 91,4 cm hoch sein, am Netzpfosten oder an der Einzelstütze 107 cm. Die Einzelstützen stehen 91,4 cm außerhalb des Einzelspielfeldes, der Netzpfosten 91,4 cm außerhalb des Doppelfeldes. Man kann also den Abstand Außenkante/ Doppelfeldlinie zu Netzposten auch als Maß für die Netzhöhe in der Mitte und den Abstand der Einzelstütze zur Außenkante/Einzelfeld nehmen.